Antigua – II

Antigua – II

Mi‘ wi’d imme‘ heiße‘ – um es mit dem numidischen Piraten (er kann kein „r“ sprechen) aus „Asterix und der Kupferkessel“ zu sagen, der sich vor Asterix und Obelix in einem Suppenkessel versteckt hat, der auf dem Feuer stand. Auf den anderen Inseln war’s ja auch nicht gerade kühl, aber Antigua setzt nochmal einen drauf!
Ich habe doch erneut mein Fahrrad herausgekramt und eine ausgiebige Radtour über die Insel gemacht. Die Einheimischen sind total nett und grüßen anerkennend – ich glaube sie sind über jeden froh, der sich im Moment hierher aufmacht. Dafür, dass gerade absolute Hochsaison ist, sind die Strände (es soll 365 auf der Insel geben) fast leer, und die Marina hier ist noch voller Charterschiffe, die eigentlich jetzt alle unterwegs sein müssten.
Erschreckend ist, wie vermüllt die komplette Insel ist! Auf den anderen Inseln hat das ja auch ziemlich genervt, aber hier ist es echt extrem.
Es gibt an den Stränden entlang einen Haufen Luxusressorts mit hohen Mauern drumherum – und auf der anderen Straßenseite wohnen die Einheimischen in teilweise echten Bretterbuden, vor denen mindestens ein Auto im Vorgarten vergammelt. Wäre mal interessant, wie viele Autos jährlich importiert werden und wie viele Schrottautos die Insel wieder verlassen – das werden nicht viele sein, wenn der Eigentümer den Transport bezahlen muss. Und die richtig Reichen (und evtl. auch Schönen) bekommen von alldem nichts mit, die verlustieren sich nämlich in einem der weltweit luxuriösesten Ressorts (beruht leider nicht auf eigener Anschauung und etwaigen Vergleichsmöglichkeiten, sondern ist nur angelesen) auf der vorgelagerten Insel Sandy Island.
Antigua ist echt trocken, die Vegetation entsprechend angepasst, also alles recht kahl und stachelig. Da fand ich die blühenden Wasserhyazinten in dem Tümpel direkt am Meer noch am schönsten. Die riechen tatsächlich wie die Hyazinten, die gerade bei euch Konjunktur haben dürften. In dem Tümpel gab’s außerdem jede Menge Lotosblumen und als „Straßenbegleitgrün“ so mannshohe Wolfsmilchgewächse mit hübschen Blüten. Die Strände sind natürlich toll, aber ab und zu denke ich mittlerweile schon, ich habe ein Déjà-vu 😉!
Wie es die nächsten Tage weitergeht?
Morgen möchte ich per Minibus (ja, hier gibt’s wieder welche) in die Hauptstadt St. Johns fahren und dort ein wenig herumlaufen. Für Dienstag habe ich die erste „guided Tour“ meiner Reise gebucht. Ich fahre mit der Fähre auf die 30 Seemeilen nördlich gelegene Insel Barbuda. Dort gibt es die weltweit zweitgrößte Fregattvogelkolonie nach der auf den Galapagosinseln, die man nur im Rahmen einer Führung besuchen darf. Zur Tour gehört auch noch ein Mittagessen, eine Höhlenbesichtigung und eine Badestopp – mal sehen, wie mir das so gefällt.
Am Mittwoch bekomme ich dann per E-Mail mein „Streckenwetter“ für die Überfahrt zu den Azoren, Donnerstag kaufe ich Obst und Gemüse ein und fülle den letzten Dieselkanister – und Freitag könnte es losgehen, wenn das Wetterfenster passt. Ich rechne mit 26 Tagen für die Überfahrt – Wasser nehme ich für die doppelte Zeit, also 52 Tage mit.
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2 thoughts on “Antigua – II

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      Spannend mit den Wasserhyazinthen (sind natürlich keine Hyazinthen). Da, wo du jetzt bist gehören sie ja auch hin. Habe sie in Afrika und Asien gesehen, wo sie nicht hingehören und einheimische Arten völlig verdrängen. Aus dem Schwammgewebe der Blätter kannst du dir ja noch ein Floß bauen.

    • Author gravatar

      Die Vegetation kann vielleicht nicht ganz mithalten mit dem, was die letzten Inseln zu bieten hatten, die Strände können es aber ganz bestimmt! Das es für die Einheimischen trotzdem kein Paradies ist, zumindest kein luxuriöses, kann man deinen Bildern auch eindrucksvoll entnehmen! Bin sehr gespannt auf deine Eindrücke aus der Hauptstadt und was die geführte Tour zu bieten hat!

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