Bettenwechsel auf der good old Lady – V

Bettenwechsel auf der good old Lady – V

Eben habe ich nach drei wundervollen Wochen Enno zum Flughafen gebracht. Und wie ich nach der Rückkehr so am Navi-Tisch sitze, meinen weißen Rum mit Zuckerrohrsaft und Zitrone genieße und mir überlege wie es weitergeht, läuft in aller Seelenruhe ein Gecko zwischen Funkgerät und Radarzielverstärker entlang. Wo kommt der denn her? Der muss sich ja an den Festmacherleinen an Bord gehangelt haben. Da fällt mir wieder ein, dass ich mal gelesen habe, es sei keine Frage ob man in den Tropen, nur wann man Kakerlaken an Bord bekommt. Hat er die bisher dezimiert? Er kam mir ein bisschen schlapp vor und ließ sich mit einem Glas leicht einfangen. Hoffentlich ist das ein Zeichen dafür, dass er an Bord nicht satt geworden ist! Jedenfalls habe ich ihn an Land gebracht und ihm einen guten Weg gewünscht!
Ja, und wie geht es denn nun weiter?
🤷‍♂️
Morgen habe ich erstmal nach vier Wochen wieder einen Waschtag eingeplant – also nicht mich, sondern für die Wäsche! Übermorgen fahre ich weiter, die Westküste martiniques hoch bis St. Pierre, dort gibt es eine Ankerbucht, wo ich nur die Nacht verbringen werde. Anschließend geht es nach Dominica, die nächste Insel im Norden. Aber auch wieder nur vor Anker, ohne Landkontakt. Das finde ich sehr schade, denn Dominica soll die vom Massentourismus unberührteste karibische Insel mit herrlicher Flora und Fauna sein. Aber ich bräuchte einen PCR-Test vorher und zusätzlich einen Antigentest bei der Ankunft. Und da ich damit die „französische Blase“ verlassen würde, für Guadeloupe anschließend wahrscheinlich wieder einen Test… Also nur Ankern ohne Einklarieren und dann weiter nach Les Saintes, einer Inselgruppe die zu Guadeloupe gehört, oder, je nachdem wie die Windrichtung ist, lieber auf die kleine Insel Marie Galante, bekannt für ihre vielen Rumdistillerien.
Die Namen der zu Guadeloupe gehörenden Inseln sind schon so toll: da gibt es „La Désirade“ – die Begehrenswerte, „Petite Terre“ – kleine Erde, „Marie Galante“ – Marie, die Feine und „Les Saintes“ – die Heiligen! Das spricht dafür, dass die Inseln damals schon bei den europäischen „Entdeckern“ einen starken Eindruck hinterlassen haben müssen. Mal sehen…
Vielleicht fahre ich aber auch direkt nach Guadeloupe, wo es eine richtige Marina mit richtigen Stegen gibt. Ich hatte wohl schon erwähnt, dass die ganze Tüdelei mit dem Dinghi und Außenborder nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt… Aber, ja ja, ich weiß, das Ankern ist natürlich das Salz in der Suppe der Fahrtensegelei. Auf größeren Booten ist das nicht so ein Problem 😉
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1 thought on “Bettenwechsel auf der good old Lady – V

    • Author gravatar

      Zur Sicherheit solltest du dir einen neuen, fetten Kakerlakentöter fangen; die können nämlich zur Not wochenlang ohne Nahrung auskommen.
      Und zu deinem Inselhopping: Vielleicht hältst du es mit Asterix bei den Schweizern:
      „Major e longinquo reverentia – aus der Ferne besehn ist alles schön“.

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