Dover

Dover

Ich bin nun schon den vierten Tag hier, habe mich aber bisher nicht gemeldet – weil ich schlicht nicht wusste, womit! Ich wollte ja gerne glauben, was mein Reiseführer über Dover schreibt, dass die Stadt zu Unrecht nur Durchgangsstation ist und durchaus einen längeren Aufenthalt lohnt. Aber wie lange müsste ich denn wohl noch bleiben, um das zu merken?
Meint er vielleicht den attraktiven Kiesstrand im äußeren Hafen, von dem aus man den im Minutentakt verkehrenden, lärmenden Fähren zusehen kann? Oder das schmuddelige Nordseewasser, in das ich tatsächlich mal meine Füße gesteckt habe? Oder das einladende Roman-House-Museum, dass an 3 von 7 Tagen für 4 Stunden geöffnet ist? Na ja, erst legen wir auch diese Stadt in Schutt und Asche – dann kann ich mich schlecht hinterher beschweren, dass hier nichts mehr so richtig schick aussieht… Die White Cliffs of Dover jedenfalls sind sehr hübsch anzusehen! Wobei ich die in nicht so guter Erinnerung behalten werde 😉: dort kam mir ein deutscher Vater mit zwei kleinen Kindern entgegen. Das Mädchen lief rückwärts auf mich zu und der Vater meinte: „Pass auf, da kommt ein Mann!“ Woraufhin sich das Mädchen zu mir umdrehte und meinte: „Ein alter Mann!“
Morgen habe ich dann endlich passenden Wind für den Sprung über den Ärmelkanal. Ich habe hin und her gerechnet, welche Häfen ich wann in Frankreich, Belgien und Holland anlaufen kann, das würde immer mitten in der Nacht loszufahren bedeuten und ich hätte dann doch immer ein paar Stunden die Strömung gegen mich, also habe ich mich entschieden, von hier aus bis Den Helder durchzufahren. Das bedeutet zwar, dass ich einen vielbefahrenen „Verkehrsknotenpunkt“ auf der südlichen Nordsee morgen Nacht durchfahren muss, aber das wird schon gehen. Ich werde morgen früh um 3:00 Uhr, eine Stunde vor Hochwasser Dover, ablegen und müsste übermorgen Nachmittag in Den Helder ankommen. Dann soll so viel Wind sein, dass auch eine entgegenlaufende Tide egal ist (wobei die Wind-gegen-Strom-Situationen ihren eigenen Reiz haben 🙄).
Ach ja, dass die Briten absolut hundeverrückt sind, merkt man ja an allen Ecken und Enden. Es gibt spezielle Läden für Hundezubehör, „Dog-Waste“-Mülltonnen, „We are dogfriendly“-Läden und Restaurants, Hunde-Campingplätze und – habe ich hier auch zum ersten Mal gesehen – Hunde-Eis!
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