Mannomann!

Mannomann!

Es ist ja einige Tage nichts negatives in Sachen Technik passiert – das hätte meinetwegen so weitergehen können.
Ich bin wie geplant heute Morgen um kurz vor 6 losgefahren, unter Motor durch den üblichen Nebel und die übliche Flaute. Bei der Etappenplanung waren mir die grünen Kreise vor dem Hafen auf der elektronischen Seekarte zwar aufgefallen, ich hatte mir aber nichts dabei gedacht – grüne Kreise eben. Im Nebel habe ich mich dann verdammt schnell allen möglichen Lichtern genähert und nach Aktivierung des AIS habe ich auch den Sinn der grünen Kreise verstanden – in jedem Kreis liegt ein Frachtschiff vor Anker. Also schnell außenrum um die Ankerlieger.
Als ich später mal kurz aus dem Cockpit in den Salon runtergegangen bin, roch es irgendwie komisch. Also flugs die Motorabdeckung geöffnet, da kam mir verdammt heiße Luft entgegen, der Motor lief aber normal. Was kann das denn nun wieder sein? Motor aus, den Seewasserfilter kontrolliert – ok! Kühlwasserkreislauf war auch ok, Keilriemen und Motoröl auch. Draußen im Cockpit den Boden herausgenommen – auch nichts zu sehen. Getriebeöl? Den Peilstab herausgezogen – trocken!!! Ahhhh! Beim Motortausch in Brest hat die Werkstatt das Getriebeöl gewechselt. Wo ist es hin?
Also mit einer 20 ml-Spritze neues Getriebeöl eingezogen und durch die Peilstaböffnung ins Getriebe gefüllt. Tropf, tropf, tropf – komisch, dass gerade jetzt irgendwoher Wasser in die Bilge tropft. Oder ist das das Öl? Ja!!! Wie kann das denn??? Ist das Getriebegehäuse gerissen? Da das so tief hängt, kann man es nicht einsehen, also alles mit der Hand abgetastet. Da fühle ich ein Loch. Gehört da nicht die Ölablassschraube rein? Jetzt ist doch nicht wirklich die scheiß Ablassschraube rausgefallen! Das gibt’s doch gar nicht, was haben die denn in Brest gemacht?
Ok, die Schraube kann ja der Schwerkraft folgend eigentlich nur in der Bilge liegen. Die ist aber so tief, dass man da mit keinem Arm der Welt bis auf den Boden kommt. Also mit einem Magneten an einer Schnur die Bilge abgesucht. Nix! Nur haufenweise Metallspäne vom Motoreinbau. Ist die Schraube überhaupt magnetisch, oder vielleicht aus Edelstahl? Nützt ja nix, weiter angeln. Und tatsächlich hing sie irgendwann am Magneten! Eingeschraubt, Öl aufgefüllt, Motor gestartet, Gang rein – klingt komisch, heult etwas. Der Rückwärtsgang klingt normal. Aber rückwärts die letzten 38 Seemeilen ist auch schlecht. Also mit 2.500 Touren langsam bis in die Ankerbucht getuckert. Zum Glück hat das bisschen Wind ein wenig mitgeholfen.Das Kap auf dem Foto ist Cabo São Vincente, der südwestlichste Ort Portugals. Nun geht es noch 2 Etappen ostwärts, dann fährt Theda nach Hause und ich mache mich auf den Weg nach Madeira.
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3 thoughts on “Mannomann!

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      Dirk, Dirk, was kochste morgen?
      Ohauahauaha, sehr gut geangelt und Nerven behalten! 💪👍

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      Au Backe, 4 Wochen ohne Probleme sind wohl zuviel für die Teal …
      Ich will am Wochenende mal in die Glücksspirale investieren und hoffen, dass dabei 125tsd für die Rustler rausspringen! Falls das nicht klappt, tröste dich damit, dass bei Motorrädern das Motoröl auch die Getriebe mitschmiert, das sollte somit (hoffentlich!!!!) nicht der Grund für nen Getriebefolgeschaden sein. Dann wohl eher der Trockenlauf und die resultierende die Überhitzung… 😮

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      Moin Dirk, weißt du eigentlich, aus wie vielen Teilen dein Schiff besteht und wie viel davon bereits ausgewechselt hast? Dann wäre das ja ein reines Rechenexempel, um festzustellen, wie dein Boot die Überfahrt über den großen Teich überstehen wird.

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