Martinique VII

Martinique VII

In die Hauptstadt Fort de France sind wir noch von Pointe du Bout aus per Fähre gefahren. Die Stadt hat wohl schon bessere Tage gesehen, einzig die „Bibliothèque Schœlcher“ scheint einen Besuch wert – war aber geschlossen. Der Jugendstilbau wurde in Paris 1886 errichtet, dort abgebaut, nach Fort de France verschifft und dort 1893 als Bibliothek eröffnet, um die umfangreiche Schenkung der Büchersammlung von Victor Schœlcher aufzunehmen. Der Abgeordnete hat sich von 1848-1850 maßgeblich für die Abschaffung der Sklaverei eingesetzt – länger ist das noch gar nicht her!
Gestern sind wir von Pointe du Bout die 3 Seemeilen über die Bucht von Fort de France gesegelt und liegen jetzt etwas östlich der Hauptstadt in der Marina Etang de Z’abricot. Hier hatte ich schon vor zwei Wochen eine Liegeplatz reserviert – wovon bei unserer Ankunft niemand etwas wusste. Nach 3 Stunden Warterei am Tanksteg haben sie einen Platz für uns gefunden, und beim Anmelden war auch plötzlich die Reservierung wieder da!
Heute morgen wurde uns pünktlich um 10.00 Uhr der Mietwagen zur Marina gebracht und wir haben uns gleich aufgemacht in die Berge. Knapp 20 km hinter Fort de France beginnt der Regenwald – und es war mal wieder sagenhaft! Enno war total aus dem Häuschen – das hat mich stark an meinen ersten Eindruck erinnert, den ich vor nun immerhin schon über 3 Monaten hatte. Es gab wieder Pflanzen, die ich noch nie gesehen habe und als wir zurück zum Auto gekommen sind, saß eine Vogelspinne auf der Windschutzscheibe. Die war mit ca. 4 cm relativ klein und bläulich. Enno hat nachgelesen, dass die kleineren Spinnen blau sind und ausgewachsen ins rötliche wechseln.
Der Kochtopf, in dem die rostige Wasserleitung endet, ist der Rest einer ehemaligen Thermalquelle im Regenwald, das Wasser kommt heiß heraus. Keine Ahnung, warum der Thermalbadbetrieb eingestellt wurde, ob vor oder nachdem der Baum auf den Bau krachte – bei uns wäre das jedenfalls ein absoluter Touri-Hotspot.
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2 thoughts on “Martinique VII

    • Author gravatar

      Moin ihr Beiden,
      oh Mann, wie gerne würde ich als Botanikfreund jetzt mit euch diese wunderbare Region erkunden.
      Die Artenvielfalt scheint ja unerschöpflich. Hatte mal irgendwo gelesen, dass im Regenwald zwar die Masse an Pflanzen ganz enorm, dagegen die Anzal der verschiedenen Arten gar nicht so groß sei. Das scheint auf euren Wald aber nicht zuzutreffen.
      Die rosa Blüte ist ja wohl eine Nepenthes, also eine der zig Kannenpflanzen, die ja ähnlich wie unser Aronstab oder der Sonnentau funktionieren. Und die vielen verschiedenen Farne, Tillandsien und Bromelien! – Einfach umwerfend.
      Habt ihr eigentlich einen Bully, in dem ihr auch übernachten könnt, oder geht es abends immer wieder zurück?
      Wünsche euch noch viele solcher umwerfenden Eindrücke.

    • Author gravatar

      Fällt mir gerade ein:
      Wenn ich in einer fremden Gegend war, besorgte ich mir ein Bestimmungsbuch der einheimischen Pflanzen und habe die gefundenen angekreuzt und die Foto-Nr. dazugeschrieben. Wäre das nicht was für dich?

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