Santo Antão – III

Santo Antão – III

Ein weiterer Wanderweg führt von Ponto do Sol nach Westen die Steilküste entlang über Fonthainas bis Cruzinha. Auch hier sollte es wieder zwischendurch die Möglichkeit geben, per Aluguer oder Taxi den Fußweg abzukürzen. Matthias hat eine Wander-App mit dem eingezeichneten Weg – also drauf los! Was wir da noch wussten war, dass der angezeigte Wanderweg kein Wanderweg war, sondern nur ein total steiler und zwischendurch fast nicht zu erkennender Pfad den Berg hinauf, auf dem die dort oben wirtschaftenden Bauern ihre Waren ins Tal balancieren. Wir waren heilfroh, den rutschigen Weg bergauf hochzuklettern und nicht runter rutschen zu müssen. Von oben hatten wir dann einen sagenhaften Blick auf den Ort Fonthainas und die angelegten terrassierten Felder – und konnten zunächst nicht recht glauben, als uns dort oben lebende Bauern erklärten, dass es hier nicht weiterginge und wir den gleichen Weg wieder zurück gehen müssten. Mussten wir dann aber tatsächlich…
Am Ortsausgang von Ponta do Sol gegen die Hauptwindrichtung befindet sich eine „Schweineanlage“, bestehend aus Zucht und Mast, die sicherlich auch mal eine Tierwohldiskussion vertragen würde. Überhaupt bietet sich Santo Antão hervorragend für landwirtschaftliche Lehrfahrten an, wenn es mal nicht um „schneller, größer, weiter“ gehen soll.
Wir sind nachmittags noch per Aluguer zurück zum Fährhafen nach Porto Novo gefahren, um die Fähre am nächsten Morgen zu erwischen. Auf dem höllischen Pflaster hat schon kurz nach dem Losfahren einer der Reifen aufgegeben – bei Betrachtung des absolut ganz und gar nicht mehr vorhandenen Profils fragt man sich allerdings, wie er überhaupt so weit halten konnte. Ein Reserverad hatten wir nicht, aber da auf ganz Kapverde als Sammeltaxi-Kleinbusse ausschließlich Toyota Hiace eingesetzt zu werden scheinen, war schnell Ersatz organisiert.
Heute Mittag hat sich Matthias auf den Weg zum Flughafen gemacht, damit er sicher morgen früh um 7 Uhr seinen Flug erreicht. Und ich erfahre hoffentlich Morgen, ob die defekten Simmeringe auftreibbar sind. Die Zahnräder im Getriebe sind jedenfalls zum Glück in Ordnung! Und als Motorlager bleiben jetzt wohl doch die Kanthölzer drin, da die besser die Motorbewegungen abfedern als starre Vierkantrohre. Das war die einhellige Meinung der drei Monteure, die heute Morgen gleichzeitig ihre Köpfe in den Motorraum gesteckt haben. Nur die Befestigung des Motors auf den Hölzern soll jetzt mit durchgehende Maschinenschrauben erfolgen. Find‘ ich gut!
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4 thoughts on “Santo Antão – III

    • Author gravatar

      Oja, die „Wanderwege“ in fernen Landen sind mit Vorsicht zu genießen sogar mit Wander – Apps:
      Die Teilnehmer der Kroatien Segeltour werden sich erinnern, wie wir seinerzeit versucht hatten, vom Hafen zur „zweiten Bucht“ zu wandern, während Dirk und Nils das Boot dorthin gesegelt haben: ein gut verständlicher Anschiss und der mehrfache Hinweis darauf, dass dieser Weg NICHT existiert ( egal auf welcher Karte er hätte eingezeichnet sein sollen) begleiteten uns …. Aber es gibt ja immer einen Weg ☝
      Und da ihr es geschafft habt, dürft ihr diese einfache „Wanderung“ hinterher definitv als Abenteuer werten 👍

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        Wie wäre es mit einem Podcast nach Deiner Reise ? Und als Talk-Gäste lädst Du Dir Deine Mitreisenden ein 😉
        Die beiden Schweine auf dem letzten Bild sind ja niedlich. Auf den Bahamas dürften die im Meer schwimmen und würden von den Touristen gefüttert…
        Dir noch ganz viel Spaß und jede Menge schöne Erlebnisse 🙂
        Viele Grüße aus dem herbstlichen Oldenburg

    • Author gravatar

      Also – das ist ja alles ziemlich atemberaubend.
      Aber wunderschöne Bilder, eine hervorragende Beschreibung von Land, Leuten und Schweinen;
      man fühlt sich fast so, als sei man dabei gewesen.
      Wer dort wandern will, muss aber erst mal hinkommen. Da sind wohl einige Bedingungen zu erfüllen:
      Resistent gegen Seekrankheit, schwindelfrei und ohne Höhenangst.
      Auf den großen mehrstündigen Vortrag im Winter nächsten Jahres freuen wir uns jetzt schon. Die Zuhörer werden dann ja auch die aufbereiteten Reiseberichte in Buchform erwerben können.
      Die knackscharfen und hochaufgelösten Bilder sind aber wohl nicht mit dem Smartphone entstanden, sondern mit einer „richtigen“ Kamera, oder?

      • Author gravatar

        Na, den „mehrstündigen Vortrag“ will ich euch beiden bei euch im Wohnzimmer gerne halten. Was das Buch angeht, steht das Wesentliche ja ohnehin bereits hier im Reisetagebuch – da werde ich wohl nicht in deine Fußstapfen treten – ihr müsstet also mitschreiben 😉.
        Ja, die Bilder sind mit einer Kompaktkanera gemacht (wasserdicht bis 30 m und sturzfest), hätte ich auch nicht gedacht, dass die so gut werden. Ich hatte mir extra noch eine Vollformat-Bridgekamera mit riesigem Tele besorgt, aber die ist mir immer zu balüsig zum Mitschleppen.

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