St. Lucia IV

St. Lucia IV

Ich bin heute per Minibus nach Soufrière gefahren, in die ehemalige Hauptstadt der Insel, ziemlich im Süden, nahe des Petit Piton. Dort in der Nähe gibt es einen Botanischen Garten, der war aber ziemlich tourimäßig und eher halbstark. Teil des Gartens sind Thermalbecken, die von den Sulphur Springs weiter im Süden gespeist werden. Ludwig der XIV. hatte den Brüdern Devaux das Areal 17hundert schießmichtot für Verdienste um Krone und Vaterland geschenkt und die Devaux-Dynastie soll nach wie vor recht einflussreich auf St. Lucia sein.
Wenn in Castries ein Kreuzfahrtschiff liegt, kann man recht sicher sein, dass die paar vorhandenen Ausflugsziele komplett von deren Insassen okkupiert sind. Dort lag heute die „Epic of Norway“, 5.098 Passagiere max. Entsprechend reihten sich im Botanical Garden die Busse aneinander. Wie gesagt, ich fand den nicht so prall. Dort gibt es 3 Thermalbecken, die durch die Sulphur Springs gespeist werden. Die Wirkung soll den Bädern in Aix-les-bains, Frankreich, in nichts nachstehen. Ich hatte meine Badehose dabei und wäre fast reingegangen, habe mich dann aber doch noch zum Glück an „Asterix als Gladiator“ erinnert! Asterix und Obelix haben in Rom ein Bad besucht und anschließend hatte Obelix einige Mühe, den Trainer der Gladiatoren, Lanista Briseradius, auf die Bretter zu schicken. Obelix Kommentar, nachdem Briseradius ko war: „Das waren die Bäder, die haben mich geschwächt! “ Außerdem waren Asterix und Obelix in „Asterix und der Avernerschild“ tatsächlich in Aix-les-bains in der Auvergne, als Eskorte für ihren Chef Majestix, der unbedingt abspecken sollte. Obelix meinte zu Asterix „Guck mal der Taucher“, als er eine Arschbombe in eines der Tauchbecken machte – und saß prombt auf dem Trockenen. „Das Wasser ist raus, als du rein bist“, meinte Asterix – das wollte ich natürlich unbedingt vermeiden.
Na jedenfalls wollte ich noch gerne die Sulphur Springs besuchen. Laut GoogleMaps hätte ich erst wieder ganz zurück gemusst nach Soufrière und dann ca. 5 km eine andere Straße nehmen. Ich habe erst mich gefragt, ob man da nicht evtl. auch quer durch wandern kann – und dann einen Einheimischen, der gerade des Weges kam. Ja, das würde gehen, immer diese Richtung! Ich bin immer so 50 – 100 Meter hinter ihm gelaufen, erst eine Asphaltstraße hoch. Irgendwann meinte er, jetzt würde es hier abgehen, ging weiter voran in den Wald und seine Machete baumelte am Hosenbund. Er hätte den gleichen Weg! Ok! Der Wald wurde dichter, endlich richtiger Regenwald, ein toller Pfad! Schließlich zog er seine Machete und schlug den Weg ein wenig frei. Ich habe nur gedacht, wie lächerlich mein schweizer Taschenmesser gegen seine Machete aussehen würde 🙄. Weiter und weiter, und er wurde immer schneller (oder ich langsamer). Irgendwann sind wir an seiner Ziege vorbeigekommen – und der Weg zu den Sulphur Springs sei da oben lang, er würde mich eben bringen. Ok?! Ja, und einige Zeit später sind wir kurz oberhalb der Sulphur Springs auf einer Autostraße angekommen! Wenn ich mal wieder in der Gegend sei, könne ich gerne wieder die Abkürzung gehen, meinte er zum Abschied 😊!
Die Sulphur Springs haben Soufrière ihren Namem gegeben, hier wurde früher Schwefel abgebaut. Das Wasser ist oberhalb der Quelle richtig heiß und durch das Eisen und den Schwefel fast schwarz. Etwas unterhalb wurden Becken angelegt, hier aalen sich die Kreuzfahrer.
Oberhalb, wo die Erde dampft, befinden sich Fumarolen, Dampfaustritsstellen, sowie ein Schlammvulkan, der 24/7 vor sich hin brodelt.
Die beiden Pitons habe ich von meiner Wanderung aus auch endlich gesehen, aus dieser Perspektive scheinen sie recht gerade.
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2 thoughts on “St. Lucia IV

    • Author gravatar

      Freue mich, dass deine Hüfte die Gewaltmärsche mitmacht!
      Von den 5096 Kreuzfahrern hat keiner den Regenwald zum Anfassen gesehen.
      So haben wir das auf Island erlebt, als unsere junge Powerfrau von einheimischer Reiseführerin mit ihrem geländegängigen 8-Sitzer quer durch die Wildnis bretterte und die bunten Amerikanerinnen mit ihren Pumps jeweils an den touristischen Zentren aus ihren Greyhoundbussen stiegen und pro Station dreieinhalb Minuten bewilligt bekamen, um die Insel zu erkunden.
      Die Leute scheinen ja durchweg alle sehr hilfsbereit zu sein. Ich bin unsicher, ob einem Touristen solche Bereitwilligkeit hier auch entgegengebracht würde.

    • Author gravatar

      Was ein Abenteuer! Und was ein Fleckchen Erde! Und wieder tolle Bilder! Bitte ganz schnell St. Lucia V nachschieben! 😊

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