St. Lucia VII

St. Lucia VII

Ich habe mich heute nochmal in den Regenwald aufgemacht, nach Millet, ziemlich genau in der Mitte der Insel. Dort unterhält die staatliche Behörde für Forstwirtschaft einen Trail, der in GoogleMaps allerdings als „vorübergehend geschlossen“ angegeben wird. Ach egal dachte ich, es stimmen ja öfter mal irgendwelche Einträge nicht. Vor Ort war es dann wirklich so, dass der Weg gesperrt war, da er dringend in Stand gesetzt werden muss, wie mir der Mitarbeiter erklärte. Meinen Hinweis, dass ich extra aus Europa für diesen Trail hergesegelt bin, fand er zwar witzig, aber azch das hat ihn nicht erweicht. Außerdem würde das wegen der Schlangen auch nur mit Führer gehen. Jaja, schon klar, auf einem Schild am Eingang wurde auch ganz groß vor der Begegnung mit Pythons gewarnt… Überall wo ich bisher war, dienten diese Hinweise meiner Meinung nach nur dazu, Besucher anzulocken – zu Gesicht bekommen hatte ich nie welche von den Tiere, die man „mit etwas Glück sehen wird“ (jetzt Mal abgesehen vom Wildschweinpark Ostenwalde, aber das müsste Frauke erläutern…😂). Jedenfalls: Der Mitarbeiter fragte mich noch, wie ich denn überhaupt das Gelände gefunden hätte, das sei doch so versteckt. Die Straße ist ja nun mal ne Sackgasse meinte ich, irgendwo am Ende musste es ja sein. Wie so oft in der Karibik hatte ich auch hier den Eindruck, so richtig scharf auf Besucher sind die gar nicht. Ok, also bin ich wieder zurück durch das Tor und einen anderen Weg langgelaufen, auf den ein Pfad aus dem Wald traf. Und den Pfad kam gerade ein Bauer mit geerntetem Callaloo (und der obligatorischen Machete in der anderen Hand) herunter. Ich fragte ihn, ob der Weg in den Wald führen würde und ob ich den lang gehen könne. Ja, kein Problem, immer geradeaus. Letztendlich war das der Rainforest Trail, den ich eigentlich gehen wollte, nur von der anderen Seite! Glückes Geschick! Tatsächlich ist der Weg in einem ziemlich miesen Zustand, viele der in den Lehm geschlagenen Stufen sind total marode – der wird sicherlich auch nächstes Jahr noch nicht wiedereröffnet. Diesmal habe ich auch eine Menge Kolibris gesehen, die endlich mal nicht so wahnsinnig hektisch waren und sich etwas beobachten (aber nicht fotografieren) ließen. Die machen, je nachdem wie sie fliegen, richtig „Krach“ beim Fliegen, wie so ein klitzekleiner Hubschrauber. Krabben waren auch wieder unterwegs (Frauke meinte, die würde man bis 10 km vom Meer entfernt antreffen, wohin sie zum Laichen wandern würden). Ja, und dann war da tatsächlich noch eine Königspython, die sich am Wegesrand sonnte! Ich hatte ja nicht direkt Angst, aber komisch war das schon! Aber natürlich auch echt toll!
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13 thoughts on “St. Lucia VII

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      Boah! Was toll! Jetzt muss ich zwar wieder klicken, aber was soll’s! Mach ich bei jedem Bild gern! Die Krabbe scheint sich ziemlich gestört zu fühlen, sie sieht gefährlicher aus als der (die?) Python…!

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      Ja, ich war mir auch nicht sicher, ob der oder die Python. Ich denk mir immer die …schlange dahinter, daher habe ich mich für „die“ entschieden.
      Du musst einmal in deinem Browser die Cookies löschen und die Seite aktualisieren, dann bekommst du die neue Galerieansicht ☝️😊.

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      Ja, supertoll das alles! Auch der Regenwald. Vielleicht kannst du ja irgendwann noch versuchen,einen Kolibri zu fotografieren.
      Was schätzt du denn, wie lang die Schlange war?

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        Das Schlangenknäuel war ca. 40 cm lang und es hat 4-5 „Windungen“, also so 160-200 cm. Ich habe gelesen, die werden bis 2 m lang. Die jüngeren Exemplare würden in den Bäumen überwiegend Vögel erbeuten, die älteren (und dann schwereren) überwiegend Kleinsäuger am Boden.

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          Ich hab gerade noch mal nachgerechnet: wenn das ganze Knäuel 40 cm lang war, komm ich auf mindestens 2m! Jetzt glaube ich dir auch die 21 Flaschen Rum 😂😉

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      Na wie gut, dass du dich nicht mehr zu den Kleinsäugern rechnen musst.
      Das sind ja alles wieder tolle Erlebnisse, an denen du uns so anschaulich teilhaben lässt.
      Das mit den Bildern ist in der Tat etwas merkwürdig, zunächst ging es mir wie Nils und dann nach einigen Stunden, ohne dass ich etwas verändert hätte sind die Bilder jetzt wieder größer.
      EDV steht halt für „Ein dauerndes Versuchen „.

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        Heute hatte ich dann auch die „Galerie-Ansicht“, ohne was gemacht zu haben – vielleicht braucht sie einfach einen Moment der Besinnung…😉

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      Beneide dich um deine Naturelebnisse. Hatte bisher mehr Schiss im Wildschweinpaark Ostenwalde als beim Nagetierfangen in Brasilien, Ethiopien oder Lappland. Die Sauen im Park waren lebensgefährlich und brachen und krachten durchs Unterholz wie im besten Asterixband. Einmal wurden wir auch umzingelt und sind auf einen Hochsitz geflüchtet. Gut, dass der Park jetzt dicht ist. Da stehe ich doch lieber neben einer Python.

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        Hallo Frauke, vielen Dank für die Erläuterung! 😂 Bin mal gespannt, welche unheimlichen Begegnungen hier noch zur Sprache kommen! Deine Lieferung war übrigens pünktlich da und ist von mir am 24.12. , sehr zur Freude der Empfängerin, übergeben worden! 😉 Ich hoffe, alles andere hat auch geklappt! 😊

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      Lieber Dirk, dank deiner Eltern haben wir dich, trotz schwacher Computerkenntnisse, ausfindig machen können. So konnten wir schon an einem Abenteuer teilhaben und dich in die 2. Halbzeit begleiten. Wir wünschen dir erst einmal alles Gute und noch viele spannende Abenteuer. Bruni und Patenonkel Hans aus Rauschenberg.

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        Hallo (Onkel) Hans und (Tante) Bruni! Das finde ich ja nett! Es muss wohl gut 30 Jahre her sein, dass wir uns zuletzt gesehen haben, oder? Damals war ich mit Imke in dem Wolga bei euch. Als wir dann bei euch angekommen waren, hatte Imke sich geweigert auszusteigen 🙄. Also bin ich alleine zu euch rein und irgendwann hab‘ ich erwähnt, dass da noch jemand im Auto sitzt. Du, Hans, bist dann raus und kurze Zeit später zusammen mit Imke wieder reingekommen – Pädagoge eben 😉!
        Ihr habt mich ja damals – noch viel früher – zu allen möglichen Anlässen mit Fischer-Technik Baukästen bedacht. Das wird’s nun nicht alleine gewesen sein, aber letztlich trägt ja alles zum großen Ganzen bei – wenn ich mir hier jetzt bei meinen diversen Herausforderungen am Boot so einigermaßen zu helfen weiß…

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      Hallo, lieber Dirk, nach einem kurzen Schnuppern hatten wir beschlossen uns in deine Aufzeichnungen und vor alle Dingen in die einmaligen, ganz herrlichen Bilder zu vertiefen. Das haben wir dann aber nicht mehr ganz geschafft, weil uns die Augen zugefallen sind. So ein Werk braucht seine Aufmerksamkeit und den entsprechenden Rahmen. Heute haben wir dann einen Lehrgang „Karibik“ nachgelegt. Man muss ja nun mal endlich wissen wo sich der Patenjunge auf unserem Erdball herumtreibt. Das ist uns heute schon leichter gefallen, weil deine Bilder so ausdrucksstark sind und du vieles schon mustergültig erklärt hast. Wir werden ab sofort täglich deine Reise verfolgen und wünschen dir weiterhin viel Freude an deinen Unternehmungen. Bleib gesund!! Das wünschen dir Bruni und Hans

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