Den Helder 2022

Den Helder 2022

Da mein elektronisches Reisetagebuch durcheinander kommt, wenn ich zweimal denselben Titel verwende, diesmal mit Jahreszahl – vor 1 Jahr war das hier nach Bremerhaven meine 2. Station der Reise. Der nette Hafenmeister hatte mir „damals“ aus seinem Fundus ein Stück Kühlwasserschlauch geschenkt, der bei meinem Motor durchgescheuert war. Sein Schlauch ist noch drin, versorgt mittlerweile aber einen neuen Motor…
Der Screenshot von meiner elektronischen Seekarte zeigt wie quirlig es im Englischen Kanal morgens um 6.00 Uhr Ortszeit zugegangen ist. Dunkelgrün mit einem schwarzen Strich vorne dran sind die AIS-Signale der Schiffe in Bewegung, hellgrün die Ankerlieger (AIS war das Automatische IdentifizierungsSystem, das alle Berufsschiffe aussenden müssen und alle Freizeitboote aussenden dürfen). Das sieht auf den ersten Blick ziemlich voll aus, wenn man sich dazwischen bewegt, relativiert sich das aber sehr schnell, die engste Stelle ist immerhin rund 36 km breit. Wie man ganz gut erkennen kann, habe ich mich außerhalb des Verkehrstrennungsgebiets (der „Autobahn“) gehalten (selbst in England gilt auf dem Wasser Rechtsverkehr, „rechts“ von mir ist die „Spur“ der Autobahn durch den Kanal gen Westen, rechts daneben die Spur Richtung Osten und dazwischen die „Sandettie Bank“ ist ein ausgespartes Flach, so eine Art „Grünstreifen“ zwischen den Fahrspuren).
Dann sind da noch kleine grüne Quadrate zu sehen, das sind Seezeichen, die einen eigenen AIS-Sender haben und so noch besser zu erkennen und zu identifizieren sind.
Ich kann nur AIS-Signale empfangen, aber nicht selber aussenden. Als ich mich vor 1,5 Jahren damit beschäftigt hatte, mein Schiff auszurüsten, habe ich die Entscheidung aus Kostengründen getroffen. Nun, nach 1 Jahr Erfahrung rate ich aber jeder und jedem zur Anschaffung eines AIS-Senders (empfangen können die auch), da das einen erheblichen Sicherheitsgewinn bringt und man nicht jedes Schiff auf Kollisionskurs anfunken muss, um zu fragen, ob sie einen wohl sehen…
Die roten (ablaufendes Wasser) und blauen (auflaufendes Wasser) Pfeile zeigen die Richtung und Stärke des Tidenstroms zur jeweiligen Zeit an. Ich muss also nicht mehr anhand des Tidenkalenders und von Gezeitenstromtabellen kompliziert ausrechnen: „Wann muss ich in Dover Marina losfahren, damit ich bei einer Geschwindigkeit über Grund von 4,7 Knoten an Wegpunkt 10 den Tidenstrom mit mir habe?“ – dafür reicht zum Glück ein Blick auf die elektronische Seekarte und ein bisschen Kopfrechnen!
Und nun bin ich zum ersten Mal seit einem Jahr nicht mehr auf irgendeiner Insel, sondern auf dem Festland!
Und da war doch noch was? Richtig! Dieses fiese Schmuddelwetter mitten im Sommer mit durchgehend Fisselregen seit meinem Anlegen gestern nachmittag. Habe ich das vermisst 🙄😉!
Nun warte ich auf günstigen Wind für den Sprung nach Helgoland (damit ich von dort aus die Einfahrt in die Weser mit auflaufendem Wasser sicher planen kann). Im Moment wäre Samstag ein guter Starttag (das wird dann wieder eine Fahrt durch die Nacht), mal sehen, ob’s dabei bleibt.
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3 thoughts on “Den Helder 2022

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      Schön, dass du gut durch das Nadelöhr gekommen bist.
      Ich glaube, nach über einem Jahr wirst du dich an noch wesentlich mehr wieder gewöhnen müssen, als nur an das Schmuddelwetter. Jetzt kommt das zum Einsatz, was Frauke schon vor einem Jahr für dich hat kommen sehen: Ein „Entbuschungskurs“.

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      Moin moin. Dirk, so langsam muss das doch auch mal ein Ende haben mit der Weltenbummelei… Nicht dass Du uns noch verlotterst bei so viel Freizeit am Stück 😉 Uns hier ist doch auch ganz schön. Guten restlichen Heimweg. LG Corinna

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      Ja Wahnsinn! Nicht mehr lange und du hast es geschafft! Unsere Eltern haben glaube ich bisher immer mich als die abenteuerlustige angesehen. Na, das Bild können wir wohl knicken. Gute Fahrt!

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